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Samuel Bogumił Linde wurde am 24.04.1771 in Thorn geboren und ist am 08.08.1847 in Warschau gestorben. Er besuchte das Thorner Akademische Gymnasium, studierte seit 1789 Philologie und Theologie in Leipzig, wurde 1792 dort zum Dr. phil. promoviert und Lektor für Polnisch an der dortigen Universität.
1795 ging er nach Wien als Bibliothekar des Grafen Ossolinski, dessen Bibliothek seinerzeit Weltruhm besaß. 1803 wurde er in Warschau Direktor des neuen Lyzeums, 1807 Oberschulrat. Im gleichen Jahr erschien der erste Band seines schon in Wien begonnenen "Wörterbuchs der polnischen Sprache". Insgesamt erschienen zwischen 1807 bis 1814 sechs Bände. Lindes hervorragende Leistung bestand darin, zum ersten Mal den gesamten polnischen Sprachschatz der Zeit geordnet zu haben. Es war das erste historische und vergleichende Wörterbuch in Europa und der Welt.
Dafür wurden ihm zahlreiche Ehrungen durch wissenschaftliche Institute zuteil, u.a. auch der Akademie der Wissenschaft in Göttingen. Er war 1816 beteiligt an der Errichtung der Universität in Warschau, an der Besetzung der Lehrstühle und hielt dort Vorlesungen. Die Anfänge der Warschauer Universitätsbibliothek (seit 1807) gehen auf ihn zurück. Er wurde später deren Leiter. Auch übertrug man ihm die Oberaufsicht der Schulanstalten in Polen. Linde war auch zweimal Gemeindedeputierter in der Abgeordnetenkammer.