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Preisträger 2011

Wieslaw Mysliwski

Foto aus dem Archiv des Artushofs in Thorn (Dwór Artusa, Torun')

Wiesław Myśliwski

Wiesław Myśliwski, 1932 in Dwikozy bei Sandomierz geboren, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Polens. Myśliwski studierte von 1951 bis 1956 Polonistik an der Katholischen Universität Lublin. Von 1955 bis 1976 war er als stellvertretender Redakteur, Herausgeber und Chefredakteur beim Verlag Ludowa Spółdzielnia Wydawnicza tätig. Von 1975 bis 1999 arbeitete er als Chefredakteur der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift Regiony und leitete von 1993 bis 1999 zudem die Zeitschrift Sycyna. Von 1971 bis 1983 war Myśliwski Mitglied des polnischen Schriftstellerverbandes. Er lebt heute in Warschau.

Im Jahr 1967 erschien in Polen sein erster Roman Nagi sad (Der nackte Garten), der mit dem Stanisław-Piętak-Preis ausgezeichnet wurde. Seitdem sind mehrere Romane und Dramen erschienen, die „üblicherweise als ‚Bauernliteratur‘ bezeichnet werden. Sie behandeln die Identitätsprobleme der Dörfer und ihrer Bewohner in Zeiten historischer Veränderung.“ Myśliwskis Werke wurden ins Englische, Deutsche, Niederländische, Russische, Ungarische, Tschechische, Slowakische, Rumänische, Bulgarische, Lettische, Litauische, Estnische, Ukrainische und Georgische übersetzt. Für Widnokrąg (Der helle Horizont, 1997) und Traktat o łuskaniu fasoli (2006) erhielt er den Literaturpreis Nike, die bedeutendste literarische Auszeichnung Polens.

Mehrere Romane und Stücke Myśliwskis wurden verfilmt, so Klucznik 1980 unter der Regie von Wojciech Marczewski, Pałac 1980 durch Tadeusz Junak und Kamień na kamieniu 1995 durch Ryszard Ber. Myśliwski verfasste selbst einige Drehbücher für Fernsehfilme.

Preise und Auszeichnungen:
1980: Orden Polonia Restituta (5. Stufe)
1997: Nike für Widnokrąg
1998: Orden Polonia Restituta (4. Stufe)
2007: Literaturpreis Gdynia
2007: Nike für Traktat o łuskaniu fasoli

Werke:
1967: Nagi sad (Der nackte Garten)
1970: Pałac
1972: Przez dziewięć mostów – Drehbuch
1973: Złodziej – Theaterstück, erschienen in der Zeitschrift Dialog
1978: Klucznik – Theaterstück, erschienen in der Zeitschrift Dialog
1981: Droga – Drehbuch
1984: Kamień na kamieniu (Stein auf Stein)
1984: Popielec – Drehbuch TV-Serie
1988: Drzewo – erschienen in der Zeitschrift Twórczość
1996: Widnokrąg (Der helle Horizont)
2000: Requiem dla gospodyni
2006: Traktat o łuskaniu fasoli

Herta Müller (2007)

Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag




Herta Müller


Herta Müller wurde 1953 im rumänischen Nitzkydorf geboren, ihre Familie gehörte zur deutschen Minderheit in Rumänien. Nach dem Studium der deutschen und rumänischen Philologie in Temeswar von 1973-1976 arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik und stand den Autoren der Aktionsgruppe Banat (Richard Wagner, Ernest Wichner u.a.) nahe. Nach deren Zerschlagung durch die Securitate wurde sie entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst zu arbeiten. Ihr erstes Buch „Niederungen“ lag danach vier Jahre beim Verlag und wurde 1982 nur zensiert veröffentlicht. 1984 erschien es in der Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte danach in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 verließ die Schriftstellerin Rumänien, seitdem lebt und arbeitet sie in Berlin.

1989 veröffentliche Müller den Prosaband Reisende auf einem Bein. Ihr erster Roman, Der Fuchs war damals schon der Jäger, erschien 1992, zwei Jahre später folgte der Roman Herztier und 1997 Heute wär ich mir lieber nicht begegnet, die alle das Leben unter der Schreckensherrschaft Ceausescus schildern. 2000 veröffentlichte sie den Gedichtband Im Haarknoten wohnt eine Dame, 2005 folgte mit Die blassen Herren mit den Mokkatassen ein weiteres Buch mit Gedicht- und Bildcollagen. 2003 erschien der Essayband Der König verneigt sich und tötet. Ihr letzter Roman, Atemschaukel (2009), war für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Herta Müller erhielt Lehraufträge in England, Amerika, Schweiz und Deutschland und ist seit 1995 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Bis zu ihrem Austritt 1997 gehörte sie dem P.E.N.-Zentrum Deutschland an. Herta Müller wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Im Jahr 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

www.hanser-literaturverlage.de


Preise und Auszeichnungen:
1981: Adam-Müller-Guttenbrunn-Förderpreis des Temeswarer Literaturkreises
1982: Literaturpreis des VKJ und Debütpreis des rumänischen Schriftstellerverbandes
für Niederungen
1984: Aspekte-Literaturpreis
1985: Rauriser Literaturpreis
1985: Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Bremen
1987: Ricarda-Huch-Preis
1989: Marieluise-Fleißer-Preis
1989: Deutscher Sprachpreis, gemeinsam mit Gerhardt Csejka, Helmuth Frauendorfer,
Klaus Hensel, Johann Lippet, Werner Söllner, William Totok, Richard Wagner
1990: Roswitha-Preis
1991: Kranichsteiner Literaturpreis
1992: Deutscher Kritikerpreis
1994: Kleist-Preis
1995: Europäischer Literaturpreis Prix Aristeion
1995/1996: Stadtschreiberin von Bergen
1997: Literaturpreis der Stadt Graz
1998: Ida-Dehmel-Literaturpreis
1998: International IMPAC Dublin Literary Award (für den Roman Herztier)
1999: Franz-Kafka-Preis der Stadt Klosterneuburg
2001: Cicero-Rednerpreis
2001: Tübinger Poetik-Dozentur
2002: Carl-Zuckmayer-Medaille
2003: Joseph-Breitbach-Preis (zusammen mit Christoph Meckel und Harald Weinrich)
2004: Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung
2005: Berliner Literaturpreis
2006: Würth-Preis für Europäische Literatur
2006: Walter-Hasenclever-Literaturpreis
2007/2008: Stipendium Internationales Künstlerhaus Villa Concordia
2009: Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft
2009: Nobelpreis für Literatur
2009: Franz-Werfel-Menschenrechtspreis
2010: Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur
2010: Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland


Werke

Laudatio

Dankesrede